Beschulung auf dem Jugendhof
Der Jugendhof Brandenburg kooperiert mit der staatlichen Kooperationsschule Friesack und bildet eine Außenstelle der genannten Schule. Die Lehrer*innen werden in die Einrichtung delegiert und begleiten schulpflichtige Jugendliche, die täglich in Kleingruppen im einrichtungsinternen Schulraum unterrichtet werden. Für den Inhalt und die Qualität der Vorortbeschulung ist das staatliche Schulamt des Landes Brandenburg zuständig, sodass die gesetzlichen Schulpflicht gewährleistet wird und auch ein Schulabschluss erworben werden kann. Die Beschulung ist fester Bestandteil der Tagesbeschäftigung und kann diese auch inhaltlich begleiten. Übergreifende praktische Projekte sind geerwünscht, um theoretische Kenntnisse in die Praxis umzusetzen.
Die Schüler*innen werden in Einzel- und Kleinstgruppen mit äußerst heterogenen Leistungsniveaus differenziert unterrichtet. Im Rahmen der Beschulung ist eine individuelle Förderung mit einem dem Leistungsstand der Schüler*innen angepassten Material gut umsetzbar. Ziel der Beschulung ist, eine Lernmotivation herzustellen und die vielfach bestehende Aversion gegen die Schule abzubauen und die Schüler darin zu unterstützen, einen Schulabschluss zu erzielen. Des Weiteren wird versucht, versäumte Unterrichtsinhalte aufzuholen. Mit Erreichen dieser Ziele wird die Reintegration in das Regelschulsystem angestrebt, soweit dies bei häufig langjähriger Schulabstinenz möglich ist.
Durch die langjährige und enge Kooperation mit dem Träger „Ländliche Erwachsenenbildung Prignitz-Havelland e.V. (LEB)“, der ebenfalls mit der Kooperationsschule Friesack kooperiert, besteht die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erreichen, welcher der Einfachen Berufsbildungsreife gleichgestellt ist. Die Beschulung erfolgt in diesem Fall im Schulverweigererprojekt „F.L.I.P.“ (Fördern, Lernen, Integrieren, Probieren) und wird auf dem Gelände des LEBs in Friesack angeboten. Das Projekt ist praxisorientiert und bietet für die Jugendlichen Orientierungen im Berufsleben.